Für Städte wird es brenzlig

Der Projektentwicklermarkt in Deutschland stagniert

War im letzten Jahr noch einmal ein Anstieg der Projektentwicklerflächen zu registrieren, so wird in der aktuellen Analyse deutlich: Der Markt stagniert. Mit -0,3 Prozent sinkt die Trading-Development-Fläche (Entwicklungen zum Verkaufszweck) sogar minimal (2017: +3,8 Prozent). Das aktuelle Volumen liegt damit bei 26,9 Mio. qm.

Büro und Wohnen entwickeln sich gegenläufig

Das wichtigste Ergebnis ist die Entwicklung im Wohnsegment: Nachdem in den vergangenen Jahren die Wachstumsquote der Projektentwicklungsfläche für Wohnungen nahezu kontinuierlich zurückging, ist sie aktuell erstmalig mit -2,0 Prozent rückläufig. Auf Städteebene gibt es allerdings deutliche Unterschiede: So nimmt beispielsweise das Volumen in München weiterhin zu (+6,9 Prozent), während es in Berlin (-3,5 Prozent) und Hamburg (-5,1 Prozent) teilweise schon deutlich zurückgeht.

Konträr dazu entwickelt sich das Bürosegment. Nach Jahren des Fl.chenrückgangs verzeichnete es im letzten Studienjahr erstmalig einen Projektflächenzuwachs. Dieser Trend bestätigt sich aktuell, weitere 290 Tsd. qm ließen das Bürosegment um +5,5 Prozent wachsen. Auf Städteebene ist die Entwicklung auch hier völlig unterschiedlich: Während die Projektflächenvolumen beispielsweise in Berlin massiv wächst (+26,0 Prozent), sinken sie in Hamburg (-3,1 Prozent) und besonders deutlich in München (-23,5 Prozent).

„Über alle A-Städte hinweg gehen die fertiggestellten Projektflächen weiter zurück, die Flächen in Bau oder in Planung dagegen steigen. Die Projektentwickler reagieren also auf den Bürofl.chenmangel, zumal die Preisunterschiede zwischen Wohn- und Büroimmobilien mittlerweile sehr gering sind. Was die Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 nicht erschüttern konnte, bremst nun die Preis- und Kosten-Spirale der letzten Jahre aus – das weitere Wachstum der deutschen Großstädte“, so Andreas Schulten, Vorstand bei bulwiengesa. 

Gemessen am Projektflächenvolumen (Trading Development) sind einige Projektentwickler aus dem letzten Jahr unter den Top 10 vertreten, einige sind jedoch neu hinzugekommen. Zu den Neuankömmlingen zählen Pandion, die SSN Group, Otto Wulff, Project Immobilien und die Groth Gruppe. Die Zech Group ist dank seiner Zugpferde Art-Invest und Die Wohnkompanie wieder der größte deutsche Projektentwickler.

„Manche Unternehmen wie die CG Gruppe, instone oder BPD verlieren augenscheinlich Projektfläche. Dies liegt daran, dass diese Unternehmen auch oder vermehrt außerhalb der A-Städte tätig sind. Eine Ableitung aus den Studienzahlen hier zum gesamten bundesweiten Projektflächenvolumen dieser Unternehmen ist deswegen nicht oder immer weniger möglich.

Innerhalb der A-Städte haben alle hier dargestellten Akteure eine nachhaltige Planungspipeline. Aktivitäten außerhalb der A-Städte sind bei den meisten Unternehmen wichtig“, so Ellen Heinrich.

Im Bürosegment haben fast alle Top 10 Büroprojektentwickler das Projektflächenvolumen im Trading-Development in den A-Städten angehoben und damit den allgemeinen Markttrend abgebildet. Auch bei den Top 10 Wohnprojektentwicklern ist die am Markt erkennbare Tendenz rückläufiger Wohnprojektflächen in den A-Städten sichtbar. Die meisten Unternehmen haben ihre Wohnbautätigkeit in den A-Städten im Vergleich zu Vorjahr reduziert oder lediglich minimal erhöht. 

bulwiengesa - Projektentwicklerstudie 2018