Wiener Architekt gewinnt European Property Award

Der European Property Award wurde am 11. Dezember 2020 in London vergeben. Die Baar-Baarenfels Architects gewannen mit dem Projekt „Wohnhaus für einen Erdöl-Ingenieur“ den begehrten Immobilienaward. Ein barockes Haus wurde mit modernster Architektur erweitert.

15.12.2020 | Dienstag vor einem Monat von Amelie Miller
Wiener Architekt gewinnt European Property Award Foto: AnnA BlaU

Wiener Architekt gewinnt European Property Award

Die symbolische Preisverleihung des European Property Awards fand am Abend des 11. Dezember 2020 in London statt. Der Preis wurde aufgrund der Reiseeinschränkungen im Rahmen einer Videokonferenz von dem Wiener Architekten Johannes Baar-Baarenfels für sein Projekt „Wohnhaus für einen Erdöl-Ingenieur“ entgegengenommen.

Der international renommierte Immobilienpreis würdigt die höchsten Leistungen von Unternehmen aus allen Bereichen der Immobilienbranche und wurde heuer zum 27. Mal vergeben.

Es ist eine besondere Ehre für mich und mein Team Österreich mit diesem Projekt, international zu vertreten“, sagte DI Johannes Baar-Baarenfels in einer ersten Stellungnahme.

Konzipiert wurde das Bauvorhaben von Prof. Dr. Branislav Mitrovic.

Barock trifft Moderne

Südlich von Wien haben Baar-Baarenfels Architekten ein barockes Wohnhaus mit moderner Architektur saniert und erweitert. Das Gebäude wurde bauphysikalisch so weit verbessert, dass ein „Passivhausstandard“ erreicht wurde. Die Idee, den Hofbau neu zu interpretieren, entstand aus Erfahrungen der Bauherren mit dem Wohnen in arabischen Ländern. Diese vergessene Typologie, die in ganz Europa verbreitet war, zeigt klare Vorteile gegenüber dem „modernen“ Einfamilienhaus. Sie erlaubt Dichte, schafft so urbane Räume und bietet dennoch ein Maximum an Privatsphäre.

Details zum Projekt

Das im Erdgeschoss gelegene Spa bietet nicht nur alle Annehmlichkeiten wie Sauna oder Dampfbad, sondern ist ein Raum zur Entspannung von Körper und Seele. Die symbolträchtige Erscheinung von Wandpfeilern, Säulen und Trennwänden unter der Wasseroberfläche schaffen eine kontemplative Atmosphäre. Die Abtrennung von Whirlpool und Pool durch Kalksteinmauer und Sitzgelegenheiten wirken wie versunkene Mauerreste und vermitteln einen Eindruck von Zeitlosigkeit. Das aufwendig gestaltete Deckengewölbe hebt die eher niedrige Decke visuell.

Die Treppe ist eine Hybridkonstruktion aus Kalkstein und Stahl, bei der Zugkräfte durch Stahlstangen abgefangen werden. Der Druck wird dabei vom Stein, der eigens gefräst wurde, aufgenommen.

Der zum Atrium hin offene Wohnraum mündet in einem zweistöckigen hohen Raum. Selbst die Waschbecken bestehen aus Kalkstein, glatt gefräst, die der Form der Decke im Spa ähneln.

Fotos: AnnA BlaU