Zwei Schulen für den Zweiten

Die BIG stellte 2020 zwei Schulbauprojekte im zweiten Wiener Gemeindebezirk fertig. Sowohl das Sperlgymnasium in der Kleinen Sperlgasse als auch das BG/BRG/BORG Lessinggasse wurden saniert und erweitert. Im Auftrag des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung investierte die BIG damit in Summe rund 49 Millionen Euro in Bildungsraum in Wien Leopoldstadt.

11.01.2021 | Montag vor 8 Tagen von Amelie Miller
Zwei Schulen für den Zweiten Foto: Wolfgang Zlodej

Zwei Schulen für den Zweiten

Die demographischen Entwicklungen der letzten Jahre zeigen einen deutlichen Zuwachs der Bevölkerung in Wien. Der BIG ist es wichtig, gemeinsam mit dem Bildungsministerium auf diese Entwicklungen einzugehen und für dieses entsprechenden Bildungsraum zu schaffen und bereitzustellen. 2020 haben wir daher gleich zwei Schulbauprojekte im zweiten Bezirk fertiggestellt, bei denen die Bestandsgebäude nicht nur saniert, sondern unter komplexen technischen Rahmenbedingungen im dichtverbauten Gebiet auch großzügig erweitert wurden, sagt BIG Geschäftsführer Wolfgang Gleissner.

Moderne Schulbauten schaffen die ideale Umgebung, um zeitgemäßen Unterricht zu gestalten. Es ist erfreulich, dass im zweiten Wiener Gemeindebezirk sogar zwei Projekte fertiggestellt wurden. So können die Schülerinnen und Schüler die Schule nicht nur als Ort des Lernens, sondern auch der sozialen Beziehungen und der persönlichen Entwicklung nutzen, so Bildungsminister Heinz Faßmann.

BG/BRG/BORG Lessinggasse

Aus dem BG/BRG Vereinsgasse und dem BORG Hegelgasse wurde nach rund vierjähriger Bauzeit das BG/BRG/BORG Lessinggasse. Dafür brauchte es zusätzlichen Raum, der mit der 39 Millionen Euro-Sanierung und -Erweiterung des ehemaligen Gebäudes des BG/BRG Vereinsgasse neu geschaffen wurde. 

Mit der Fertigstellung wurden 16.500 Quadratmeter modernster Bildungsraum für rund 1.400 Schüler geschaffen, wovon 5.900 Quadratmeter saniert und 10.600Quadratmeter erweitert wurden. Die BIG errichtete in der Baulücke zwischen Vereinsgasse und Volkertstraße einen Zubau mit direkter Anbindung an den Altbau. Der Zubau besteht aus zwei Untergeschoßen, Erdgeschoß und drei Obergeschoßen entlang der Volkertstraße beziehungsweise vier Obergeschoßen entlang der Lessinggasse. Zudem wurde der Altbau umfangreich saniert sowie die Haus- und Elektrotechnik komplett erneuert. Aspekte wie das Heizen mittels Wärmepumpe, ein Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung, Energiemonitoring und Raumluftmessung brachten dem Gebäude eine Zertifizierung von klimaaktiv SILBER mit über 800 von insgesamt 1.000 möglichen Punkten ein. 

Der Standort bietet nun Raum für 46 Klassenzimmer, drei modern ausgestattete Turnsäle, einen Bewegungsraum, Verwaltung, Bibliothek, Cafeteria und Speisesaal. Ein besonderes Highlight ist ein zweigeschossiger Mehrzwecksaal für den Schulschwerpunkt "Theater und Performance". Auch die Außenbereiche wurden deutlich aufgewertet: Zwei neue Innenhöfe und Teile der Dachflächen stehen als neue Pausenräume zur Verfügung. Für einen energieeffizienten Betrieb sorgt die Aktivierung der Schlitzwände zur Nutzung von Erdwärme. Die Pläne für das Projekt stammen von der ARGE Ulrich Burtscher, Marianne Durig und Vasko+Partner Ingenieure aus Wien. 

Neben den Schülern hat das neue Schulzentrum außerdem einen dauerhaften Gast: "MYX" – die monsterähnliche Skulptur, entwickelt von der Wiener Künstlergruppe Gelatin und umgesetzt von BIG ART als "Kunst & Bau"-Projekt – residiert von nun an im Schulhof. Mit seiner beachtlichen Größe von zehn Metern in der Länge und fünf Metern Höhe nimmt das mit seinen acht Augen neugierig umherschauende, fünfarmige grüne Wesen seine Rolle als neues Schulmaskottchen ein.

Sperlgymnasium

Knapp 950 Meter Luftlinie entfernt sanierte und erweiterte die BIG zwei Jahre lang das Sperlgymnasium um rund 10 Millionen Euro. Der 2.100 Quadratmeter große Zubau schließt direkt an das Bestandsgebäude an. An der Schnittstelle zwischen den beiden Gebäuden wurde ein Aufzug errichtet, um die notwendige Barrierefreiheit herzustellen. Der Neubau umfasst sechs Geschoße. Im Untergeschoß befindet sich die Zentralgarderobe. Auf das Erdgeschoß und die vier Obergeschoße verteilen sich neun zusätzliche Stammklassen, die Bibliothek, Räume für die Nachmittagsbetreuung inklusive Aufwärmküche sowie freie Lernzonen. 

Im Bestandsgebäude wurden die Oberflächen und Haustechnik erneuert, der Brandschutz auf den aktuellsten Stand gebracht sowie Barrierefreiheit hergestellt. Darüber hinaus gibt es kleinere Umstrukturierungen. So zog beispielsweise eine Klasse in den freiwerdenden Raum der nun im Zubau befindlichen Bibliothek. 

Grundlage für den Neubau war der Erwerb des Bestandsgebäudes der Kleinen Sperlgasse 2c. Im Zuge eines Grundstückstausches mit der Stadt Wien gingen die Grundstücke mit der Adresse Kleine Sperlgasse 2c sowie Klostergasse 27 in Währing ins Eigentum der BIG über, während die Stadt Wien im Gegenzug ein Grundstück in der Seestadt Aspern erhielt. Das Grundstück Kleine Sperlgasse 4, auf dem der Neubau errichtet wird, stand bereits im Eigentum der BIG.