ETHOUSE Award 2020 vergeben

Vier Sanierungsprojekte ausgezeichnet

Der Preis der ARGE Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme würdigt zum zehnten Mal Sanierungen, die das Thema Energieeffizienz ganzheitlich umsetzen und dabei auch architektonisch Impulse setzen.

von Amelie Miller - Redakteurin
ETHOUSE Award 2020 vergeben

ETHOUSE Award 2020 vergeben

Vier Sanierungsprojekte ausgezeichnet

Die ARGE Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme (QG WDS) verlieh gestern den ETHOUSE Award 2020. Der Preis würdigt zum zehnten Mal Sanierungen, die das Thema Energieeffizienz ganzheitlich umsetzen und dabei auch architektonisch Impulse setzen. In den Kategorien „Privater Wohnbau“, „Wohnbau“ und „Öffentliche Bauten“ wurden vier Siegerprojekte ausgezeichnet. 

Die Auszeichnung geht sowohl an Architekten als auch an WDVS-verarbeitende Betriebe und war abermals mit einem Preisgeld dotiert. Aufgrund der aktuellen Situation von Indoor-Veranstaltungen ab 100 Personen abzusehen, fand die Preisverleihung nicht wie geplant im designforum Wien statt, sondern virtuell. Das bereits in Produktion befundene bio-vegetarische Buffet des Cateringservice Gaumenfreundinnen wurde caritativen Einrichtungen gespendet.   

 Die Jury hat getagt, die nominierten Projekte sind bekannt, die Preisträger stehen fest: vier ausgezeichnete Sanierungen und neun Sieger. Die ARGE Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme (QG WDS) zeichnete neben den Einreichern wie Planer, Architekten, Wohnbaugesellschaften, auch die verarbeitenden Betriebe aus. Besonderes Gewicht kam bei der Bewertung den Aspekten Energieeffizienz und der Zugang der Gestaltung zu.

Gewinner Privater Wohnbau

Der Preis in der Kategorie „Privater Wohnbau“ ging an das 2-Familienhaus von U1architektur und dem Fassadenbauer Mate & Darko OG. Die Sanierung dieses Mehrgenerationenhauses in der Tiroler Ortschaft Rum wurde als ein mustergültiges Beispiel der Nachverdichtung im privaten Wohnbau ausgezeichnet. Unter Beibehaltung des ursprünglichen Grundrisses wurde die Nutzfläche von 169,6 m² (ohne Keller) auf 319,73 m² erweitert. „Die flexible Nutzung zweier Ebenen verdeutlicht die Auseinandersetzung der Planer mit dem Thema Raum“, so die Jury. Der Altbau aus den 1990ern und die Zubauten erhielten eine neue thermisch hochwertige Hülle und wird mittels Luft-Wasserwärmepumpe beheizt. So konnte der Heizwärmebedarf von 122,9 kWh/m2a auf 47,7 kWh/m2a im Erdgeschoß bzw. 34,5 kWh/m2a im Dachgeschoß reduziert werden, was einer Verbesserung von 61,2 % (Erdgeschoß) und 71,9 % (Dachgeschoß) gleichkommt. Norbert Buchauer und sein Team konnten die ETHOUSE-Jury ein zweites Mal überzeugen.

Zwei Gewinner in der Kategorie Wohnbau

Der Goethehof saniert durch die GSD Gesellschaft für Stadt- und Dorferneuerung m.b.H. gemeinsam mit der ARGE Leyrer+Graf Baugesellschaft m.b.H., Sareno Objektisolierung GmbH & Co KG. Die Sanierung der Wohnhausanlage aus der Zwischenkriegszeit in Wien Donaustadt zeigt auf, dass Denkmalschutz und umfangreiche Sanierungsmaßnahmen Hand in Hand gehen können. Im Zuge der Sanierung wurden zahlreiche Fassadenkunstwerke restauriert, im Dachgeschoss 128 neue Wohnungen geschaffen und an das Fernwärmenetz angeschlossen. Der Heizwärmebedarf wurde von 167,77 kWh/m2a auf 44,77 kWh/m2a reduziert, was eine 73,3-prozentige Verbesserung ergibt.

„Der Rückbau von befestigten Flächen, die Nachverdichtung und die Barrierefreiheit machen die Wohnanlage fit für die Zukunft“, die Jury verweist auf die umfassend gesteigerte Wohnqualität nach der Sanierung. Projektverantwortlicher der GSD Arch. Werner Rebernig nimmt den ETHOUSE Award mit Freude zum dritten Mal entgegen: „Viele Menschen waren an diesem Projekt beteiligt. Nun bekommen sie mit dem Preis eine Anerkennung für die Herausforderung, Wärmeschutzziele im Denkmalschutz zu erreichen. Wir haben das mit viel Know-how geschafft und dafür mit guten Firmen zusammengearbeitet.“    

Eine weitere Auszeichnung in der Kategorie „Wohnbau“ bekommt das Projekt Mariahilferstraße 182 von trimmel wall architekten zt gmbh gemeinsam mit dem Vearbeiter Leyrer+Graf Baugesellschaft m.b.H.. Das stadtbildprägende Gründerzeit-Eckwohnhaus an der äußeren Mariahilfer Straße in Wien wurde nach einer Gasexplosion im April 2014 wiederaufgebaut und auf einem hohen energietechnischen Standard saniert. Der städtebauliche Identitätserhalt im Zuge der Sanierung wird von der Jury hervorgehoben. Durch die Sanierungsmaßnahmen weisen die Altbauwohnungen sowie der Dachgeschossausbau Passivhausstandard auf. Der Heizwärmebedarf verbesserte sich um 78,4 Prozent, von 119,53 kWh/m2a vor Sanierung auf 25,79 kWh/m2a.